
Weg Gedanken

Immer wenn ich denke, ich hab’s, kommt wieder Verwirrung – der normale Prozess des Wachsens zum Unbegrenzten hin.
Das Böse ist die Selbstvergöttlichung des Menschen, der sich an keine andere Instanz mehr ausser sich selbst verpflichtet fühlt.
„Ich weiss nicht alles. Ich zweifle auch immer wieder an dem, was ich von Gott weiss und bin immer offen für die Ausweitung dessen und freue mich für erneute und umfassendere Vergewisserung.
Ich glaube nicht, dass eine Form der Religionsausgestaltung gänzlich zuzutreffen hat oder dass eine einzige religiöse Tradition alles wüsste. Darüber bin ich nicht unglücklich, sondern dankbar, dass die Unendlichkeit der Gotteszuwendung nicht nur in einerKonfession ihren Ausdruck findet, sondern die Pluralität der verschiedenen Gotteswege etwas von Ihm durchschimmern lässt.
Ich bin mir auch gewahr, dass unsere theologischen Systeme, unsere Gotteserkenntnis und unser Gottesbewusstsein immer kleiner und begrenzter sind als Gott selbst.
Jeden einzelnen Morgen stellt ein Neubeginn dar und ich glaube, dass es notwendig ist, dass auch die Institutionen, welche auf Gott hinweisen, dies zu verstehen beginnen und dass sie sich nicht weiterhin einfach nur aus der Geschichte her legitimieren.
Ich bin tief überzeugt, dass die Aufklärung den religiösen Traditionen geholfen hat und hilft. Die Aufklärung ist kein Abschied vom Gotteszugang, sondern eine Unterstützung darin, dass wir dem Fundamentalismus und den Ausschliesslichkeitsansprüchen entgegen treten – seien sie nun religiös oder säkular.
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Dringlichkeit
Welchen Platz und welche Priorität hat die Frage „Was ist das, was ich wirklich will?“ in seinem Leben? Wie stark brennt das Feuer? Man braucht immer wieder eine Erneuerung, die eigene Entscheidung, eine radikalere Annäherung zu leben, um die Prioritäten wieder zu Recht zu rücken. Weil uns die unwesentlichen Wege gelehrt wurden, gehen wir sie…
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Wertzuschreibung
Man hat gelernt, einerseits Dinge abzuwerten und auf der anderen Seite Dinge aufzuwerten. Und so hat man auch den Glauben verinnerlicht, dass wenn man dies nicht tue, das Leben sinnlos und wertlos sein würde. Man müsse sich doch den eigenen Sinn kreieren…. Man glaubt, dass es die eigene Aufgabe sei, den Menschen, der Welt, der…
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Heilige Hoffnungslosigkeit
Woher kommt der automatisch funktionierende Greifimpuls, der alles festhalten möchte. Erforsche, wer greift. Direkt. Die Tendenz, zu früh aufzugeben, behindert die Selbsterforschung. Weil man zu früh aufgibt, erlebt man das Wesentliche nicht. Denn man will nicht zuviel auf einmal – das heisst, noch ein bisschen Leiden auf morgen übrig lassen. Lass mich nicht jetzt vollkommen…
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Erwachen
Die Dringlichkeit der Spiritualität ist zu drängend, zu ernst, zu tief und ehrfurchtgebietend, um Raum für rein intellektuelle Theorien – wie bestechend sie auch sein mögen – übrig zu lassen. Es braucht den Sprung in die Erfahrung. Wenn unser Haus in Flammen steht, suchen wir eine Fluchtmöglichkeit und sind gewiss nicht in der Stimmung, uns…
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Verzicht
Lieber Krishna Verzicht auf etwas befreit vom Leiden daran, nämlich vom äusseren und inneren Verhaftetsein.Wenn meine Praxis des Verzichts und der Genügsamkeit in der Sehnsucht nach dem Wesentlichen, nach Dir, wieder entfacht wird, wird eine ganz neue lebensfördernde Kraft freigesetzt:Die Preisgabe des Überflüssigen ermöglicht mir nun eine Orientierung auf das Notwendige.Genügsamkeit und konsequente Vereinfachung meiner…
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Wunschlosigkeit
Pläne, Ziele Lebensträume – von Kindheit an lernen wir, unsere als “Ziele” getarnten Wünsche als unumstösslich wichtig anzusehen und uns für ihre Erfüllung einzusetzen.Gnadenlos treiben sie uns von einer Lebensstation zur nächsten, auf einen Wunsch folgt der nächste. duspurena analena (BG 3.39) Unersättlich und ewig unbefriedigend, leermachend. Sie sind lediglich eine Störung im Geist und…
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Transformation unseres Wesens
Die wundersame und fast erschreckende Verwandlung, die wir bei manchen Insekten, besonders bei der Raupe wahrnehmen, dient uns als Sinnbild für die Erhebung und Umgestaltung in andere Daseinsform – die unserer Bestimmung entspricht. Die Raupe, plump, wenig gegliedert, träge und dumpf, ganz erdhaft, und an den Boden gebannt mit ihren vielen Beinpaaren. Sie ist nur…
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Spirituelle Rücksichtslosigkeit
Der Körper wird sterben. Ob er durch Krebs stirbt oder durch irgend etwas anderes, ist letztlich nebensächlich. Das eigentliche Drama, das entsteht, wenn eine schwere körperliche Krankheit ausgebrochen ist, ist der tiefe Terror, dass ich meine, der Körper zu sein, und dass, wenn der Körper stirbt, “ich” sterbe. Weil ich noch immer zutiefst glaubte, mich…
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Sicherheits-Streben
Lieber Krishna, Seit diesem Jahr ist ein Begriff in unserer Welt wieder ganz stark geworden:Innere Sicherheit…. Der grundlegenden Seins-verunsicherung möchte man sich nie richtig stellen. Die gesamte säkuläre Gesellschaft ist ein erfolgloser Versuch, ihr irgendwie auszuweichen.Aber diese Seins-Verunsicherung ist ein wunderbares Tor, das ich bisher immer als negativ eingestuft habe, denn das “Ich” (das, mit…
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Sehnsucht – Fährte zum Ewigen
Ich suche nach Unendlichkeit … aber im Endlichen, dadurch wurde ich “unendlich” umhergetrieben –in samsara. Aber nichts liess mich stehen bleiben, schenkte mir das anfangs Verheissene. Anhalten kann ich erst bei dem, nachdem ich eigentlich suche — in der intensivsten Liebesbeziehung — bei Dir. Sehnsucht fliesst immer zum Unbegrenzten. Du bist Gott, der in Sehnsucht…
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Lange Suche nach Dir
Lieber Krishna Seit vielen Leben bin ich auf der Suche nach Dir. Die Menschen sagten mir einst, es gäbe einen Gott, und wenn ich mich auf die Suche nach Ihm begebe, würde ich Ihn auch finden. Ich ahnte schon da, dass meine Ursehnsucht nach Erfülltheit, eigentlich diese Suche nach Dir war, denn zu lange versuchte…
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Kostbarkeits-Meditation
Alles Leben ist kostbar. Zu dieser Erkenntnis hin will einen die spirituelle Praxis erziehen. Ein Astronaut, der die Erde verliess, hat diese Wahrheit ebenfalls entdeckt:“Ich nahm kleine Fische für Forschungszwecke mit in die Raumstation. Drei Monate sollte ich dort verbringen. Nach etwa drei Wochen begannen die Fische zu sterben. Wie leid sie mir taten! Ich…
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Lust sucht Ewigkeit
Lieber Syamasundar * Du versicherst mir, dass nicht das Was und Wo und Wann in meinem Dasein wichtig sind, sondern Du möchtest das Wie, denn nur darin wohnt mein wirkliches “Ich”.Ich will nichts Aussergewöhnliches leisten, sondern das Gewöhnliche auf ausserordentliche Weise. Durch das Hingegebensein zu Deinem Willen kommst Du im Gewöhnlichen, Unscheinbaren und Alltäglichen wieder…
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Die Stimme der Angst
Lieber Krishna Deine Einladung zu mir hat kein Datum, sie ist immer gültig. Du wartest nur, bis ich irgend einen der unzähligen Augenblicke, die Du mir zur Verfügung gibst, endlich einmal wieder für Dich ergreife. Dazu muss ich die Stimme meiner Vergangenheit, die mich auch weiterhin so behalten möchte, wie ich immer war, einmal begraben…
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Der Weltverbesserer
Erstaunlich, je mehr der Mensch die Welt und somit auch seine Umständeverbessern will, desto größer ist auch der Schaden, der am Gesamtgefüge derNatur entstehen kann. Der Mensch scheint von der Idee alles Verbessern zumüssen wie besessen. Er sieht aber nicht, dass gerade diese Idee eineProjektion ins Äußere ist, und die Seele sich dabei von sich…
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Der seidene Faden
Was passiert, wenn ich spüre, dass mein Leben nur noch an einem kleinen Faden hängt?Wenn ich mich mit meinem grob- und feinstofflichen Körper gleich setze – diese sich aber in einem ständigen Wandel befinden – und Wandel ist gemäss dem Bhagavatam eine Form von Zerstörung (nitya pralaya SB 12.4.36) – hängt meine ganze Identität ständig…
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Der Schock des Absoluten
Lieber Syamasundar In der Oberflächlichkeit, die ich immer wieder aufsuche, in der ich versuche, mich einzurichten, und immer wieder die kleinen Momente des Glücks zu finden und vorzugeben, damit einfach zufrieden sein zu wollen – genau darin verleugne ich die Seele. Der Ozean der Gottesliebe ist kein seichtes Gewässer. Weshalb will ich die unübersehliche Tiefe…
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Das Glück der erfüllten Hoffnungen
Ich bat Krishna, mir meine Gewohnheiten, die mich so prägen und immer wieder in die gleichen weltlichen Handlungsweisen hineinzwingen, wegzunehmen. Er sagte “nein”. “Es ist nicht an mir, dir diese Gewohnheitsstrukturen wegzunehmen, aber an dir, sie aufzugeben, sie genau zu erkennen, ihre Wirkungsweise zu beobachten und dann, wenn durch diese Disidentifikation ihr Einfluss auf dich…
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Das Erwachen der Seele
Das erste Kennzeichen einer erwachenden Seele besteht darin, dass die Seele nicht mehr wie früher Freude empfindet an allen schönen, guten und liebenswürdigen Wesen dieser Welt. Und zwar nicht aus Enttäuschung oder Frustration heraus, sondern weil sie langsam aus ihr herauswächst, genauso wie jemand aus dem Spielzeug-Alter ganz natürlich herauswächst. Sie fühlt, zuerst schwach, dann…
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Auf des Messers Schneide
Von den zahllosen Lebewesen im Universum wollen nur wenige tatsächlich frei werden.Ein brennender Freiheitsdurst ist noch seltener.Ein kontinuierliches Freiheitsstreben ist noch seltener.Wesen, die sich nicht mehr auf die Körpersinne fixieren, sind ganz und gar ungewöhnlich.Wer auf des Messers Schneide wandelt, ist ein Ausnahmefall.Und nicht von dieser Schneide herunterzufallen ist das Ungewöhnlichste überhaupt.Ganz wenige nur erkennen…
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Am Rande des Abgrundes
Was ist es, was du wirklich willst? Richte diese Frage an dein Innerstes, ehrlich und ständig – und die Antwort kommt. Was machst du hier auf der Erde? Warum bist du geboren? Weil dein Wille sich umsetzt. Weil du vergessen hast, was du wirklich willst. So mühe ich mich um Dinge, von denen ich mir…
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Bettlermentalität
Es gibt eine Geschichte von dem Bettler, der auserkoren wurde, die Nachfolge des alternden Königs anzutreten. Die Diener badeten und salbten ihn, kleideten ihn in prächtige Gewänder, servierten ihm üppige Speisen. Als der Hof am nächsten Morgen versammelt war, um der Krönung des neuen Königs beizuwohnen, war der Bettler unauffindbar. Verzweifelt schwärmten Reiter des Hofes…
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Eigentum ist Diebstahl
Der französische Anarchist Pierre Joseph Proudhon schreibt in seinem 1840 erschienen Buch «Qu’est ce que la propriété?» die Schlussfolgerung: Eigentum ist Diebstahl. Gemeint ist Privateigentum als Privileg oder Monopol, im Sinn von: „Solange Eigentum Privilegien birgt, solange bedeutet privilegiertes – also erpresserisches – Eigentum Diebstahl“. Er schreibt, man dürfe ausser den persönlichen Arbeitsmitteln lediglich diejenigen…
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In den Riss hineinfallen
Entweder man will irgendwohin oder man will von irgendetwas weg oder beides. Das ist, was wir im Normalfall „unser Leben“ nennen. Von irgendwas weg und irgendwohin. Es kostet Kraft, von irgendwas wegzukommen. Von was wollen wir weg? Nun, wir wollen weg von dem, was wir die Vergangenheit nennen. Kein Mensch dieser Erde, auch nicht der…
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Augenblick
Mein sind die Tage nicht, die mir die Zeit genommen, Mein sind die Tage nicht, die etwa mögen kommen. Der Augenblick ist mein, und nehm ich den in acht, so ist der mein, der Zeit und Ewigkeit gemacht. (F. Rückert – „Die Weisheit der Brahmanen“) Diese Aufmerksamkeit im Augenblick schenkt einen neuen Zugang zur Welt.…
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Pratistha – Gottes-Imitation
Selbst nachdem eine Seele die Verhaftung an Familie, Sinnesbefriedigungen, Besitz, Heim und Welt-Dinge aufgegeben hat, bleibt noch immer diese tiefste weltliche Tendenz, seinen Ruf, Ansehen Berühmtheit und seine hohe Position zu geniessen, beharrlich in der Psyche bestehen. Diese Haltung ist der eigentliche Ersatz zur Seelen-Identität. Für viele Menschen ist der Antrieb, sich für den eigenen…
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Besetzung durch Besitz
Die Scheinheiligkeit ist zu glauben, da einem materielle Güter nicht wichtig erscheinen, dass man in irgendeiner Weise auf Besitz verzichtet hätte. Man übernimmt fremden Besitz und will ihn immer wieder sein eigen nennen und hat dann sogar noch den Anspruch, man könnte auf ihn verzichten. Jeder Besitz – das was wir in unserem Innersten unser…