Praxis

  • Arati

    Unter allen hinduistischen Ritualen ist sicherlich die „Arati“ die bekannteste. In unzähligen Tempeln kann man dieser Zeremonie beiwohnen, miterleben, wie der Priester die brennende Lampe dem geliebten Herrn darbringt und sie anschliessend unter den Teilnehmern zirkuliert. Unzählige Menschen, die diese Momente bereits miterlebt haben, erinnern sich an die mystische Atmosphäre – die Luft ist erfüllt…

  • Was ist Sadhana?

    Viele Seelen, die von grossem Glück gesegnet sind, und dies in vielen Leben ersehnten, kommen in Kontakt mit reiner Bhakti, einer Gottesliebe, welche nicht durch Eigennutz geprägt ist. Und viele bemühen sich am Anfang ihrer Theopraxis, wie sie sie halt verstehen, mit so viel Enthusiasmus, Hoffnung und Glauben. Dann nach zehn oder zwanzig Jahren finden…

  • Meditation und Kontemplation

    Eine Mutter führt ihr Kind an der Hand. Allein kann es noch nicht gehen, es würde hinfallen und sich weh tun. Ganz fest hält sie es darum, und es lässt sich gerne festhalten. Aber gerade dadurch hat es nun einen rechten Spielraum: es springt und hopst, wirft sich zur Seite, drängt sich an die Mutter,…

  • Meditation

    Das Verlangen, Arbeit und Gebet, Aktion und Kontemplation in Einheit zu bringen, kann nur gelingen, wenn man lernt, das Tun aus einer personalen Mitte heraus hervorgehen zu lassen.  Meditation will lehren, dass man die Arbeit bei aller Sachbezogenheit und Einsatz in der Hingabe an ein Du Gottes vollziehen kann. Meditation schenkt Verwurzelung, Beständigkeit, gibt Raum.…

  • Studium der heiligen Schriften

    Wenn das Auge auf dem gedruckten Wort ruht – auf ihm ruht! – senkt sich dieses langsam in unser Inneres ein, und wird dort zu einer Kraft, die wie ein Generator für unsere Wiedererweckung von Krishnabewusstsein ist. Wir haben zu viel zu bedenken und zu besorgen und zu tun in der Welt. Die Gedanken um…

  • Vom Fühlbaren zu Dir hin

    Lieber KrishnaDie Jahre vergehen in der Beziehung mit Dir. Und im Spiegel Deiner Lieblichkeit erkenne ich auch mich wieder. Eben da, wo ich bin…..  Ich weile gerne bei Deinem Namen. Der Gedanke an Dich erfüllt das Herz mit einer zärtlichen Freude und Rührung. Die Seele ist wie verliebt im ersten Taumel der Liebe: und wirklich…

  • Satsang

    Vollkommene Realisation ist in diesem Moment möglich, denn es ist mein natürlicher Zustand. (Beispiel von Khatvanga) Dies setzt aber ein intensives Wollen voraus. muktir hitvanyatha rupam   svarupena vyavastithih (Srimad Bhagavatam 2.10.6) “Dieser natürliche Zustand (svarupa) ist die vollkommene Freiheit aller eingenommenen Identifikationen.” Satsang (satsang bedeutet Zusammensein mit Wahrheit) ist die Essenz von Religion, wo die Form,…

  • Samadhi

    ein kleines Nachsinnen über die Verse 6.20-23 aus der Bhagavad Gita. Manchmal steht die Zeit kurz still – ein Moment der Stille, im bewegtenRaum der gefrässigen Zeit.Es ist ein ganz vertrauter Moment, obwohl man vielleicht noch nie hier war. Als wäre man schon immer da gewesen. Es ist ein Gefühl des “Zuhauseseins”, des “Aufgehobenseins”, welches…

  • Was ist ein Murti?

    Gott ist in seiner Allumfassenheit ewiglich parallel existent als allgegenwärtige und alldurchdringende Energie und auch als bewusste Wesenheit, als Individualität. Das bedeutet, dass Er gleichzeitig immanent, allgegenwärtig ruht in allem, was ist, und transzendent, weit jenseits aller weltlichen Schöpfung, in einem ewigen spirituellen Reich einen liebevollen Austausch mit befreiten Lebewesen geniesst. Eine besondere Form seiner…

  • Nichts-Sein

    Nichts sein (Teil 1) Lieber Sri Krishna  Ich betrachte ein kleines Kind und sehe vergnügt in ein lachendes Gesichtchen.Und nun gehe ich durch das Geschaute hindurch zu Dir selbst hin, hebe meinen Blick: dort ist der Vater, von dem alle Vaterschaft der verborgenen und ewigen Schönheit stammt, und der das Ziel dieses kleinen Kindes und…

  • 64 Aspekte von Bhakti-Yoga

    Natürlich gibt es unzählige Aspekte, unsere schlafende Liebe zu Gott in unserem Herzen wieder zu erwecken, aber Srila Rupa Goswami gibt eine Liste von 64 angas (Aspekten), die alle die Haltung der einer sehnenden Seele wiederspiegeln, dass sie wirklich bereit ist für göttliche Empfängnis. Die ersten zwanzig Punkte gelten als Einleitung – prarambha-rupata.  (zehn Dinge, die…

  • Gebetsweg

    er Gebetsweg den Lotosfüssen Krishnas entgegen mag uns in einer Entsprechung deutlicher werden:Die Begegnung mit einem “fremden” Menschen hat zunächst etwas mehr Förmliches. Man hat sich nicht so viel zu sagen, vielleicht die üblichen Grussformeln. Dazu kommt ein Reden über ganz allgemeine und “unverbindliche” Dinge: das Wetter, die Politik…all das könnte man genauso mit jedem…

  • Beharrlichkeit

    Auf dem Weg des Betens macht die Seele die Erfahrung, als ob Gott es sei, der schweige. Sie bringt es gerade noch fertig, etwas zu sagen, aber es ist ihr, als rede sie wider eine Wand. Was sie hört ist einzig das Echo der eigenen Stimme. Krishnas Blick erscheint abgewendet. Er sieht sie nicht an,…

  • Die zehn Vergehen

    Oft versteht man unter den Vergehen eine Art Warnung, die schon fast einschüchternd wirkt. Das ist natürlich nicht der Sinn davon. Jede negative Anweisung hat in sich nicht viel wert. Denn jede Anweisung zur Vermeidung weist immer auf eine positive Seelenhaltung hin, die empfangen werden darf und dann die eigene Perspektive weitet. Im Folgenden sind…

  • Gebete zur Vorbereitung

    Eintreten in die Stimmung der japa Das Beten vor der Meditation über die heiligen Namen lässt einen in die Bewusstheit eingehen, dass man wirklich einem persönlichen „Du“ gegenüber steht.  Es ist nicht einfach ein Sprechen mit mir selber, sondern Dialog. Das persönliche Gebet vor der japa generiert erst die Stimmung, in der sich der Heilige Name…

  • Gedanken zur inneren Haltung beim chanten

    (der Meditation, der Kontemplation im Heiligen Namen) Japa, die stillschweigende Anrufung der Heiligen Namen Gottes, ist die Wirksamste Möglichkeit, mich in der Gegenwart Gottes zu üben, ja sie mir wieder anzugewöhnen. Deshalb ist es eigentlich die vorrangiste Aufgabe des Menschseins, die Vertiefung in Ihn, die Meditation zu erlernen. Dies sind nun Gedanken, die ich nicht…

  • verfeinertes Verständnis des heiligen Namens

    „Der Heilige Name ist die Knospe der Liebe zu Krishna. Er ist ein Reservoir von nicht zu erahnender Ekstase und entfaltet enorme Kräfte. Wenn die Knospe des Heiligen Namens ein wenig zu erblühen beginnt, offenbart der Heilige Name seine Eigenschaften und seine Schönheit, und er stiehlt das Herz und bringt es in die Hände Krishnas.…

  • Maha-Mantra

    Hare Krishna Hare KrishnaKrishna Krishna Hare HareHare Rama Hare RamaRama Rama Hare Hare Ein Mantra ist kontemplatives Gebet, das durch die Wiederholungeiner bestimmten Anrufung Gottes das Verweilen bei ihmermöglichen will. Es ist das reine Innehalten – ohne etwas zu fordern, ohne etwas zu erwarten oder abwehren zu wollen und nur sich selbst wieder in Beziehung…

  • Der heilige Name Gottes

    Die Liebe des Geweihten Krishnas zu den Gottesnamen wird erst verständlich, wenn man weiss, was die theistische indische Mystik unter dem Namen Gottes eigentlich versteht. Alle Worte der menschlichen Sprache gehören der Welt der Maya, des Unwirklichen, an; aber der Gottesname, der aus der Verwirklichung einer grossen Seele meditiert wird, steht jenseits der Erfahrungen der…

  • ethische Integrität – Yama und Niyama

    Die vier Grundbedürfnisse In der vedischen Literatur werden vier Grundbedürfnisse beschrieben, die sowohl Mensch als auch Tier gemein haben. ahara-nidra-bhaya-maithunam ca samanyam etat pashubhih naranam dharmo hi tesham adhiko vishesho dharmena hina pashubhiù samanah Ernährung, Schlaf, Sexualität, und Selbsterhaltung (Schutz vor Bedrohung, Verletzung und Tod) Diese mächtigen Antriebe erzeugen aus sich selbst heraus Bewegungen des…

  • Raum im Innern

    Der Alltag gibt sicher berechtigt zu vielen Klagen Anlass. Die Welt im Aussen gibt einem unbegrenzt Gründe zum Anstossen, Krankheiten, Störungen im Geist. Aber wir sind doch mehr als nur Konfliktlöser, Kämpfer um Lösungen und Bemüher für Zustände, die mit unseren Vorstellungen kongruent sind. Wir haben in uns einen Raum, zu dem die alltäglichen Probleme,…

  • Sanfter Weg

    Im Gebet begegnet man der eigenen Wirklichkeit. Warum? Man entzieht sich den Zerstreuungen der Welt, die einem glauben lassen, alles sei in bester Ordnung mit einem. Genau da tritt man in einen Bereich, der einem die eigene Nacktheit spiegelt, das eigene Unvermögen, im Wesentlichen zu sein, aufzeigen.  Man betet. Vielleicht in Worten, vielleicht auch innerlich…