Wie beginne ich ein Leben und wie beende ich dieses? Das sind entscheidende Momente.
Im kleineren Rahmen gilt dies auch für jeden einzelnen Tag. Diese Übergangsmomente (tri sandhyam) dürfen mit Intention gesetzt werden. Dann wird dem Leben gewählte und gewollte Richtung gegeben.
Erst im absichtlichen Überschreiten der Schwelle öffnet sich dahinter ein frisches Erleben.
Einfach nur von der Zeit getrieben zu werden ohne inmitten der Zeit auf das Ewige hinzuzuschreiten, ist erschöpfende Sinnleere.
Hier im Ashram enden wir die allmorgendliche Stillezeit und das auch schweigend geehrte Morgen-Prasadam mit der Essenz aller Gebete: mit den Heiligen Namen.
In höchster Einfachheit wird alles gesagt und noch viel mehr ausgedrückt als ich mit all meinen Worten in Äonen zu sprechen vermögte.
Im heiligen Namen werden zwei gleichzeitige Grundbewegungen des Gebetes ausgedrückt:
-Es ist die Sehnsucht Gottes nach der Seele, das sich ausdrückt in Radha-Krishnas Ausstrecken nach uns bis in unsere Welt hinein – In Gestalt Ihres Rufes nach uns – der heilige Name.
-Zugleich stellt Harinama das tiefste Gebet der Seele zu Radha-Krishna hin dar – sich jenseits aller Umstände gänzlich verfügbar zu machen für SIE.
Ohne dieses Willkommen-Seins von Seiten Radha-Krishnas wirklich zu verstehen, bliebe das Gebetleben eines Menschen schwach und wahrscheinlich primär angestossen vom Erleben der eigenen Beschwernis.
Aber wenn die Seele wirklich erkennt, dass sie immer nur von Ihnen gerufen wurde, und sich darin alle anderen Ansprüche erübrigen (Bhagavad Gita 18.66), ergiesst sich daraus natürlicherweise ein gänzlich neues Leben.
Diese drei Namen (Govinda, Damodara, Madhava) finden sich im Srimad Bhagavatam wieder: Sie strömen aus den Gopis von Vrindavan heraus, nachdem die «Viraha-Gita», das intensive Lied heiligen Trennungsschmerzes, aus ihnen geflossen ist. (10.39.31).
Auf ähnliche Weise weint Sri Gauranga in Trennungsschmerz. In den Nächten im Gambhira strömt das intensive Rufen in Gestalt dieser drei Namen aus Ihm heraus (Caitanya Caritamrta 3.19.53).
«Auf diese Weise klagte Sri Gauranga in der Stimmung heiliger Trennungs-Ekstase: „Oh, Oh! O Krishna, wohin bist Du gegangen?“ In Seinem Herzen gänzlich in die ewig freudvollen Stimmungen der Gopis, speziell von Radhika, versunken, schrie Gaurangadeva diese Namen mit grosser Sehnsucht: „O Govinda! O Dāmodara! O Mādhava!“
Bilvamangala Thakur hat ein langes Gebet verfasst (Govinda-Damodara-Stotram), welches das Leben im ewigen Vrindavan umschreibt. Die letzte Zeile von jedem Vers darin endet mit diesen drei Namen.
Wenn die Veden von den Namen Gottes sprechen, meinen sie nicht einfach nur Bezeichnungen der Position Gottes. Das wären Benennungen von Gottes Interaktion mit den vergänglichen Welten, mit seinen Schöpfungen und Seiner erhaltenden Kraft in ihr.
Mit Harinama sind Namen gemeint, welche sich auf Gottes Eigenschaften und lila (auf den liebenden Austausch mit Seinen ewig Beigesellten) in der ewigen Welt beziehen.
In den Namen Govinda, Damodara und Madhava findet sich die gesamte Essenz der ewigen Welt – von Goloka Vrindavan wieder.
In der Sanskrit-Schrift gibt es keine Anführungszeichen. Aber es gibt das Wort «iti» (das am Ende vom Namen Madhava angehängt wird – (madhaveti»), und es deutet die direkte Rede an (eben wie die Anführungszeichen im Deutschen).
Dies bedeutet, dass diese Namen direkt von jemandem gerufen werden. Und je nach der rufenden Person, erhalten die Namen eine andere Bedeutung. Aus jeder Stayi-Bhava (ewigen Grundbeziehung zu Gott) ergeben sich andere Bedeutungen in den gleichen Namen.
Wenn Yasoda ihren Gopal am Morgen weckt, schaut sie Ihn mit all ihrer Liebe an, badet Ihn mit ihren Tränen und diese Namen strömen aus ihrem Mund.
Die Sakhas rufen Govinda, dass er doch bald mit ihnen in die Wälder kommen möge.
Srimati Radhika und die Gopis singen in Viraha-Bhava, im Rasa der Trennungs-Ekstase gemeinsam diese Namen und erfahren in ihnen Sri Krishnas Umarmung.
Alle ewigen Vrajavasis sind konstant in Sri Krishna versunken und als natürliche Reaktion dieses Gedenkens quillt der Heilige Name aus ihnen heraus.
Für diejenigen, die aus nichts anderem als liebender Anhaftung bestehen (die Raga-atmika-Bhaktas in der spirituellen Welt) ist der Heilige Name nicht ein Sadhana oder ein Ritual. Die Liebe ihrer Herzen vermögen sie nicht zurückzuhalten und sie kommt heraus in Gestalt von singender Anrufung – dem Heiligen Namen.
In ihnen ist der heilige Name eine «Anubhava» (eine natürliche Ausdrucksform der Liebe).
Ganz abgekürzt sind hier diese drei Namen nun stichwortmässig als Meditations-Unterstützung erörtert, denn diese Namen sind wie Gott selbst unbegrenzt.
Die Mehrdeutigkeit der Namens-Bedeutungen ist natürlich, denn jeder Bhakta erfährt Sri Krishna gänzlich gemäss seiner ewigen Liebesbeziehung.
Govinda
Es ist derjenige, der die Kühe, die Sinne und speziell die Gopis (go) erfreut (vindati).
Govinda ist der ursprüngliche Herr, der nicht nur Lebewesen schützt, sondern auch deren innerste Sehnsucht nach Glückseligkeit erfüllt. Er ist der Erfreuer.
Es ist der intime Hirtenjunge, der im Gras und den Wäldern von Vraja sorglos barfuss läuft, seine Flöte spielt und mit Seinen Freunden und Kühen in grosser Ausgelassenheit spielt.
Er hütet in den Wäldern von Vraja die Kühe und gewinnt in allem die Herzen der Gopis (speziell von Radhika).
Govinda ist also derjenige, in dem die Sinne ihr Ziel erreichen.
Für die Manjaris bedeutet „Govinda“ nicht einfach der Erfreuer aller Wesen, sondern derjenige, dessen Sinne (go) nichts anderes suchen als Srimati Radhika.
Die Manjaris, die vertrauten Freundinnen Srimati Radhikas sehen Govinda einfach nur als denjenigen, welcher das einzige Ziel von Radhikas Liebe ist.
Wenn sie „Govinda“ singen, betonen sie Seine Bemühung, Radhika näher zu kommen, wozu Er manchmal auch ihre Hilfe und Unterstützung benötigt. (Radha-Rasa Sudhanidhi 8)
Wenn Sri Krishna von Radhika den Zugang in einen vertrauten Waldhain verwehrt wird, beginnt Syamasundar so viele aufrichtige und verzweifelte Gebete an die Dienerinnen Radhikas zu wenden. Alle Sinne von Ihm sind in Seiner Sehnsucht nun einpünktig auf Radhika gerichtet. Das ist Govinda.
In diesem Namen «Govindas» findet sich das Grundprinzip der Bhakti wieder – Anziehungskraft.
Krishna geniesst ewiglich Freude. Das ist die Wesensnatur Gottes (ananda-maya). Wenn Sri Krishna diese Glückseligkeit in sich selber, in Seiner eigenen Gestalt kostet, nennt man sie „svarup-ananda“.
Aber Krishna erfährt noch eine viel seligere Freude, wenn Radhikas Liebe direkt durch Sie zu Ihm gelangt, oder auch nur reflektiert wird durch die Herzensstimmung der unendlichen Bhaktas. Selbst dann ist Krishna überwältigt – weil alles an Ihm nur Radhika sucht: Das ist Govinda.
Krishna ist zwar immer frei, unabhängig und kann stets tun, was immer er gerade möchte. Aber er ist auch Damodar:
Damodara
Der Name Damodar – der gänzlich Gebundene – offenbart Gottes Unterordnung unter die Liebe seiner Geweihten: der Allmächtige lässt sich durch reine Hingabe binden.
Tiefer verstanden ist „Damodara“ nicht nur eine Erinnerung an Yasodas Zuneigung (Vatsalya-Rasa), sondern ein Symbol für die uneingeschränkte Kraft der Vraja-prema – eine Liebe, die Sri Krishna, den Höchsten Unabhängigen vollkommen in Beschlag nimmt.
Der Name «Damodar» unterstreicht das heilige Bhakti-Prinzip der Unterwerfung Gottes an unter Liebe des Bhaktas. Im Bhagavatam (9.4.63) spricht Krishna selber:
„Ich bin vollkommen von meinem Geweihten abhängig. Im Austausch mit ihnen habe ich all meine Unabhängigkeit verloren.“
Im Padma Purana sagt Krishna:
Mad bhaktanam vinodhartham karomi vividhah kriyah
„Ich selber bin so sehr von der Liebe meiner Geweihten bestimmt, dass ich ständig erstaunliche Lilas spiele, nur um sie zu erfreuen. Ich selber habe sonst nichts Anderes zu tun.“ Liebe bindet den Ungebundenen.
Damodar bedeutet wörtlich: „Er, dessen Bauch (udara) mit einem Seil (dama) gebunden ist“.
Dies bezieht sich auf den ewigen Moment im Lila, in welchem Mutter Yasoda den kleinen Krishna aus mütterlicher Zuneigung zu Seinem Schutz am Bauch fesselt, um Ihn davon abzuhalten, in den Wald zu rennen. Yasoda rügt ihren Lala immer wieder und sagt ihm, dass Er aufgrund seines diebischen Verhaltens wirklich den Affen ähnle. Krishna sagt ihr, dass er dann halt zu seinen Seinen Freunden, den Affen im Wald gehen würde. Yasoda weiss sofort, dass genau dies für Ihn so gefährlich werden könnte und zu Seinem Wohle bindet sie Ihn.
Die ewigen Gefährten Gottes in der spirituellen Welt sind von Bhakti durchdrungen. Srila Rupa Goswami definiert Bhakti als anukulyena krishnanu, zum Wohle Gottes ausgeführt. (Bhakti Rasamrta Sindhu 1.1.11)
Der Name «Damodara» wird natürlich auch aus der Madhurya-Bhava betrachtet.
Wenn Yasoda den Leib Krishnas bindet, ist dies ein Vorbild dessen, was Radhika durch ihr Liebesband in Ihrem Herzen in jedem Augenblick vollbringt. Die Manjaris preisen Damodara als Vorahnung von Radhikas kraftvoller brennender Zuneigung: wenn schon eine Mutter den Herrn binden kann, wieviel mehr die ewige Gebieterin aller Liebe.
Die Manjaris necken Sri Krishna kokett, indem sie vor Srimati Radhika singen, wie Er, von dem die grossen Weisen sagen würden, Er sei selbst die göttliche Allmacht, sich bereits von einem kleinen Schnürchen hilflos bändigen liess. Wie könnte er nun auch nur einem einzigen Blick von Swamini widerstehen? Oder von Ihrem Duft nicht betört zu Boden fallen?
Hier wird Sri Krishna nicht mehr von dem Seil Yasodas gebunden, sondern nur durch einen einzigen Blick Srimati Radhikas. (Radha-krpa-kataksa Stotram 3 / Radha-Rasa-Sudhanidhi 39).
Srimati ist über Krishnas Ohnmacht nach ihrem Blickkontakt zutiefst beunruhigt, da Sie immer nur Sein Glück möchte. Auf vielfältige Weise versucht sie, Ihn wieder ins Bewusstsein zurückzubringen, doch alles bleibt erfolglos. Schliesslich schaut Sie flehend auf Ihre vertraute Dienerin, die Manjari:
„O, ich vermochte es nicht, Meinen Priyatama wieder zu Bewusstsein zu holen. Bitte steht ihr mir nun bei.»
Nun beginnt der rasika-Seva der Manjari. Um Sri Krishna wiederzubeleben, singt sie ein erstaunliches Liebeslied, das ihr Svaminī vor Kurzem einst in einer Höhle am Govardhana gelehrt hat.
Erstaunt öffnet Syamasundar Seine Augen und die kleine Manjari schaut lächelnd auf Ihn und addressiert Ihn als «O Damodara»! (Sie ist so erfreut ob der überwältigenden Kraft von Swaminis Blicken, welche den Ungebundenen so in Bann zu halten vermögen.)
In diesem «anderen» Damodar-Lila, wenn Krishna stets gebunden wird durch Radhika, hat Krishna nicht mehr sein Antlitz voller Butter-Spuren, sondern nun ziert das Kumkum und der Kajal von Swaminis Gesicht Seine Wangen.
Sri Krishna fürchtet sich nicht mehr von dem kleinen Stöckchen von Yasoda, von welchem er ängstlich wegrennt, sondern nun viel stärker vor dem Maan, der liebenden Widerspenstigkeit Sri Radhas.
Für die Gopis und Radhika ist dieser Name «Damodar» so kostbar, weil dieser ihnen immer wieder die Gewissheit schenkt, dass Krishna unweigerlich immer zu ihnen kommen wird.
Im madhurya-Rasa wird der Name oft liebevoll-spielerisch verwendet, um Krishna neckisch an seine „Hilflosigkeit“ in den Händen der liebenden Geweihten, speziell Sri Radhika, zu erinnern.
Gottes wesentliche Eigenschaft ist seine gänzliche Unabhängigkeit (svatantrata -Bhagavatam 1.1.1), doch in Vrindavan ist er prema-adhin, überwältigt von reiner liebender Zuneigung und sein ganzes Sein ist nur noch dazu da, seine Geweihten zu erfreuen. Das nennt man «lila».
Madhava
Dieser Name bedeutet wörtlich „Herr (dhava) der Glücksgöttin (Ma)“ und wird oft als ein ehrender Titel für den majestätischen Vishnu verstanden, der in einem liebenden Austausch mit Sri Laksmi steht.
In Vraja wird „Madhava“ verstanden als der „Geliebte von Madhavi“ (von Radharani).
Für die Gopis ist „Madhava“ der liebliche Frühlingsfreund, der in der Jahreszeit «Madhava» (das bedeutet auch «Frühling». – Vrinda-devi-Astakam 4) auch ihre Herzen erblühen lässt. So wie aus dem kargen Winterboden im Frühling unerwartet und immer überraschend so viele Pflanzen entspringen, so ist die Gottesbegegnung auch für uns immer der Moment, in welchem unseren Herzen unzählige Liebesstimmungen hervorquellen.
In der Gita Govinda (8.3) schickt Radhika Syamsundar aus dem Kunja hinaus mit den berühmten Worten: Yahi madhava! «Madhava! Geh du nun!»
«Wenn Sri Krishna gänzlich kontrolliert ist von der Liebe von Srimati Radhika, und Sie nicht einen einzigen Augenblick verlassen könnte, heisst Er «Madhava». (Ujjvala Nilamani 5.94)
Derjenige, welcher immer alle Wesen anzieht (Bhakti Rasamrita Sindhu 2.1.168), versinkt im Gedenken an Radhika.
Der Name «Madhava» beinhaltet das heilige Prinzip der Konkordanz (con – gemeinsam; cordis – Herz) – der Herzensverbundenheit Gottes mit Radhika.
„Übereinstimmung der Herzen“ mein nicht bloss ontologisches Gleichsein (Verschmelzung), sondern ein Zusammenklingen, das ist der liebevolle Austausch der Bhakti.
Sadhavo hridayam mayam
Sadhunam hridayam tvaham (Bhagavatam 9.4.68)
„Meine Geweihten sind immer in meinem Herzen und ich bin in ihren Herzen.“
Der Zustand der Einheit in Liebe zwischen dem Geweihten und Gott nennt man „vishrambha“. Es ist ein Zustand intensivster Liebe. (Caitanya Caritamrita 2.8.153)
Er ist vollkommen verschieden vom Zustand der sayujya mukti, in welcher die Seele mit der Energie Gottes verschmilzt. Es ist ein Einheitszustand, in welchem der fundamentale Unterschied zwischen Gott als dem Zufluchtsort aller Existenz und der Seele, dem zufluchtsnehmenden Prinzip, aufgelöst wird. Denn solange diese Unterscheidung noch aufrecht erhalten wird, kann der Fluss von Prema nicht wirklich frei fliessen. (Caitanya Caritamrita 1.4.17)
In solcher Herzensvertrautheit fällt alle Zurückhaltung von der Seele ab. Sie fühlt, dass Krishna und sie grundlegend ähnlich seien und beide voneinander abhingen.
In der Bhagavad Gita (9.22) spricht Krishna davon, wie er nun für eine Seele in einem solchen Zustand der Hingabe alle Lebensnotwendigkeiten für sie besorge, da Er nun eine solche Verbundenheit und Zugehörigkeit mit dem Bhakta erfahre, dass der Erhalt von diesem Bhakta plötzlich Seine eigene Aufgabe geworden ist.
Diese Vertrautheit in der Liebe, auf welche der Name «Madhava» hinweist, bezieht sich nicht nur auf den Bezug zwischen der Seele und Gott, sondern vorallem zwischen Radha-Krishna selber.
Radha-Madhava sind im Kunja fest gebunden durch den Knoten gegenseitiger Zuneigung.
In einem berühmten Lied in Vrindavan wendet sich Radhika an Madhava:
„O Madhava! Du bist der Spiegel in Meiner Hand,
die Blumen in Meinem Haar,
der Kajal um Meine Augen,
die Betelblätter in Meinem Mund,
der Moschus auf Meiner Brust,
die Kette um Meinen Hals,
Du bist alles in allem für Meinen Körper
und das Kostbarste in Meinem Haus.
Du bist das Leben Meines Lebens,
genauso wie ein Vogel seine Flügel braucht und ein Fisch das Wasser.
O Madhava, sag Mir:
was bin Ich Dir?“
Er vermag nichts mehr zu sagen und versenkt sich einfach in Srimati Radhika. Das ist Madhava.
«Möge das unvergleichliche, natürliche freudvolle Festival von Radha und Madhavas liebendem Austausch, in dem sie einander durch die Schönheit ihrer jugendlichen, bezaubernden Wesen immer neu in Staunen versetzen, mein Ein-und Alles sein. In diesem vertraulichen Liebe zwischen Ihnen existiert nicht mehr die geringste Spur von Trennung, Ehrfurchtsdistanz, Verfehlung oder scheuer Zurückhaltung. (Radha-rasa-sudhanidhi, Vers 103)
Diese drei Namen, die weit mehr beinhalten als alle Veden zusammen, stehen in einem Zusammenhang miteinander.
Oft wird in den heiligen Texten von der Kontrolle der Sinne gesprochen. Doch die Sinne existieren als natürlicher Ausdruck der Wahrnehmung der reinen Seele, damit sie sich gänzlich in die Schönheit von Radha-Krishna vertiefen können.
Wenn auch Sri Krishna all Seine Sinne nur noch auf Radhika lenkt (Govinda), wird er aus tiefster Freude von Ihr überwältigt (Damodar). Dann erst beginnt der Liebesaustausch (Madhava).
Harinam – die Heiligen Namen: Das, was dem gierigen und dem Haben-Kultur anhängenden Geist zuerst als vollständige Reduktion erscheint, wandelt sich in eine tiefe Expansion in die Unendlichkeit hinein.