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31.7.2010 : 7:22 : +0200

Vegetarismus

 


Offener Brief an denkende Menschen 1

 

Wir gehen wieder auf Weihnachten zu, der Zeit des Friedens und auch der Zeit des Besinnens der Liebe Gottes uns gegenüber.

 

Genau diese Zeit bedeutet aber für viele unserer Mitgeschöpfe den Tod, denn der friedliebende Mensch möchte sie essen.

Deshalb wenden sich die Tiere mit einem kleinen Plädoyer an Dich:

 

"Wir bitten Dich nicht, uns zu verschonen, wenn du in Not bist, sondern nur, wenn du frevelhafte Begierde hast. Töte uns, um zu essen, aber morde uns nicht, um besser zu essen!"

 

Plutarch schreibt 70 Jahre vor unserer Zeitrechnung in seiner Abhandlung "Über das Fleischessen":

"Ihr nennt Raubtiere - Löwen, Tiger und Schlangen - gefährlich, während ihr selbst eure Hände mit Blut besudelt und ihnen in keiner Art der Grausamkeit nachsteht. Und doch ist Töten für sie das einzige Mittel, um sich zu ernähren, während es für euch eine überflüssige Gewohnheit ist. Warum tut ihr so, als ob die Erde nicht imstande wäre, euch zu erhalten und ernähren?... Tatsächlich töten wir nicht die Löwen und Wölfe, um sie zu essen, wie wir es zur Selbstverteidigung tun könnten, sondern die Zahmen und Wehrlosesten." (Der Mensch tötet an einem einzigen Tag mehr Vieh als Raubtiere in 100 Jahren)

Je wehrloser ein Wesen ist, gegen das ein Mensch Unrecht verübt, umso mehr stumpft er sein Gerechtigkeitsgefühl ab.

 

Die Speisekarte ist das blutigste Blatt, das wir schreiben. Existieren moralische Bedenken gegen Kalbsbraten? Von seiten der Erzieher nicht. Von seiten der Jurisprudenz nicht. Von seiten der modernen Moraltheologie nicht mehr. Von tausend anderen Seiten nicht. Vielleicht von der des Kalbes?

Wir brauchen für Tiere keine neue Moral. Wir müssen lediglich aufhören, Tiere willkürlich aus der vorhandenen Moral auszuschliessen.

Wir haben nicht zwei Herzen - eins für die Tiere und eins für die Menschen. In der Gewaltausübung gegenüber ersteren und der Gewaltausübung gegen letztere gibt es keinen anderen Unterschied als derjenige des Opfers.

 

Beim Recht auf Glaubensfreiheit kann sinnvollerweise gesagt werden, dass es sich hier um ein spezifisch menschliches Recht handelt - weil nur Menschen religiöse Gefühle haben. Von vielen anderen Rechten, z.b. vom Recht darauf, nicht gefoltert zu werden, kann dies aber vernünftigerweise nicht gelten: denn wenn Kühe, Schweine oder Affen, ja irgendwelche Tiere, gefoltert werden, leiden sie auch. Natürlich gibt es zwischen diesen Tieren und dem Menschen bedeutsame Unterschiede, aber sind diese hier relevant?

Ein Mensch kann z.b. Mathematik erlernen und Tiere nicht. Aber die Leidensfähigkeit haben beide.

Ein Mensch hat ein Interesse daran, nicht gefoltert zu werden, weil er die Fähigkeit hat, Schmerzen zu empfinden, und nicht weil er Mathematik oder dergleichen betreiben kann. Auch Tiere sind fühlende Wesen, auch in ihnen wohnt die Sehnsucht nach Leben; sie sind unsere Weggefährten auf dem gemeinsamen Weg zur Unsterblichkeit. Zu ihrem Unglück haben sie die Eigenschaft, Schmerz zu empfinden zur genüge... und deshalb haben sie dasselbe grundlegende Interesse, nicht zu leiden. Das Recht, nicht gefoltert zu werden kommt allen leidensfähigen Lebewesen zu und ist in überhaupt keiner Weise ein spezifisch menschliches Recht. Tiere zu töten, oder sie töten zu lassen, was ethisch und juristisch gesehen das gleiche Verbrechen darstellt, und diese verwesenden Ermordeten noch zu essen, ist eine markante Zuwiderhandlung gegen dieses Recht.

Das Tier hat ein fühlendes Herz wie du, Das Tier hat Freude und Schmerz wie du, Das Tier hat einen Hang zum Streben wie du, und deshalb  hat es ein Recht zu leben wie du.

 "Es braucht einen Appell an das sittliche Bewusstsein, dass wir nicht durch Stellvertreter tun lassen dürfen, was wir nicht selbst tun würden. Ich habe kein sittliches Bedenken dagegen, meine Stiefel zu reinigen, meinen Tisch abzustauben oder auch mein Büro auszufegen.      Aber ich könnte keinen Ochsen niederschlagen, kein Schaf, besonders kein Lamm schlachten, und keinem Geflügel den Hals umdrehen. Wenn ich das nicht tun kann, ohne meine besten Gefühle zu verletzen, so lehne ich es ab, eine andere Person es für mich tun zu lassen mit Verletzung ihrer Gefühle. Selbst wenn kein anderer Grund zugunsten unserer Vereinigung spräche, so würde dieser eine genügen, um mich zur Annahme der fleischlosen Diät zu bestimmen."

Sir Isaac Pitman, der Erfinder der Stenographie 1875 an die Vegetarian Society Manchester.

 

Gegen die Vivisektion zu sein ist einfach, verpflichtet zu nichts. Es ist wie gegen Kriege und Erdbeben zu sein.

Konsequenter Tierschutz, nämlich die Tiere auch nicht zu verspeisen, benötigt ein Engagement, eine Anstrengung, denn damit werde ich tagtäglich konfrontiert.

"Mensch sein"-heisst das nicht auch nein dazu zu sagen und sich weigern, Auftraggeber für Massenmord zu sein- und dies nur für ein Stück Fleisch? Ein paar Sekunden "Genuss"?

 

Es ist nun immer mehr bewiesen, dass Experimente an lebenden Tieren vollkommen sinn-und zwecklos sind. Das trifft sich gut. Da fällt es einem noch viel leichter, dagegen zu sein. Würde man sie denn akzeptieren, wenn sie einen gewissen Wert hätten? Wende ich mich nur gegen die Barbarei, wenn sie mir persönlich nichts einbringt?

Viele sind entrüstet, dass Tiere als Labormaterial gebraucht werden,  aber nur Wenige stören sich daran, dass Tiere tagtäglich milliardenfach mehr als Küchenmaterial verwendet werden.

 

Wer die Wahrheit sucht, muss allein bleiben und mit all denen brechen, die sie nicht genügend lieben.

 

Das steril verschweisste Schnitzel im Laden hat keine Augen mehr, die überquellen vor nackter Todesangst, und es schreit auch nicht mehr.

Das umgehen diejenigen, die sich von geschändeten Leichen ernähren.

Heute sehen wir eben nichts mehr vom qualvollen Leben und Sterben des Schlachtviehs. Das geht automatisch vor sich. Eben noch ein Tier, im nächsten Augenblick schon zerteiltes Fleisch: unsere Nahrung - unsere Art von Kannibalismus.

 

Rudolf Steiners Entgegnung auf die Frage warum er kein Fleisch isst: "Essen Sie gerne Hunde- oder Katzenfleisch?" "Ganz gewiss nicht." "Sehen Sie und mich ekelt auch das Fleisch von anderen Tieren."

In der Besinnlichkeit der Festtage beteiligen wir uns an einem Schlacht-tag - was doch hätte Weihe - nacht werden sollen.

 

www.sanatan-dharma.ch / www.radhe.ch