Vegetarismus
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Speziesismus und Katechismus. - 3.18:
Tierversuche ethisch rechtfertigen. - 3.19:
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Spesiesismus und Katechismus
Speziesismus vertreten die monotheistischen
Religionen in besonderem Maße, in unserem Kulturkreis im Wesentlichen
die christliche Kirche.
Ausgehend von den Bibelworten Genesis 1, 26:
„Lasset uns Menschen machen nach unserem Abbild, uns ähnlich. Sie
sollen herrschen über des Meeres Fische, über die Vögel des Himmels,
über das Vieh, über alle Landtiere und über alle Kriechtiere am
Boden!" und
Genesis 9, 2 und 3: „Seid fruchtbar, mehret euch und füllet die Erde.
Furcht vor euch und Schrecken sei bei allen Erdentieren, bei allen
Himmelsvögeln, bei allem, was auf dem Erdboden kriecht und bei allen
Fischen des Meeres, in eure Hand sind sie gegeben! Alles was sich
regt und lebendig ist, diene euch zur Nahrung."
hat sich der christliche Speziesismus seit 2000 Jahren manifestiert
und ein
Gedankenkonglomerat aufgebaut, daß die brutalste Trennung von Mensch
und Tier festschreibt sowie Ausbeutung, Unterdrückung und Leiden der
Tiere rechtfertigt. Siehe hierzu Originalton katholischer
Kathechismus:
„2415 Das siebte Gebot verlangt auch, die Unversehrtheit der
Schöpfung zu achten. Tiere, Pflanzen und leblose Wesen sind von Natur
aus zum gemeinsamen Wohl der Menschheit von gestern, heute und morgen
bestimmt [Vgl. Gen 1,28-31]. Die Bodenschätze, die Pflanzen und die
Tiere der Welt dürfen nicht ohne Rücksicht auf sittliche Forderungen
genutzt werden. Die Herrschaft über die belebte und die unbelebte
Natur, die der Schöpfer dem Menschen übertragen hat, ist nicht
absolut; sie wird gemessen an der Sorge um die Lebensqualität des
Nächsten, wozu auch die künftigen Generationen zählen; sie verlangt
Ehrfurcht vor der Unversehrtheit der Schöpfung [Vgl. CA 37-38].
2416 Tiere sind Geschöpfe Gottes und unterstehen seiner für sorgenden
Vorsehung [Vgl. Mt 6,26]. Schon allein durch ihr Dasein preisen und
verherrlichen sie Gott [Vgl. Dan 3,57-58]. Darum schulden ihnen auch
die Menschen Wohlwollen. Erinnern wir uns, mit welchem Feingefühl die
Heiligen, z. B. der hl. Franz von Assisi und der hl. Philipp Neri,
die Tiere behandelten.
2417 Gott hat die Tiere unter die Herrschaft des Menschen gestellt,
den er nach seinem Bild geschaffen hat [Vgl. Gen 2, 19-20; 9,1-14].
Somit darf man sich der Tiere zur Ernährung und zur Herstellung von
Kleidern bedienen. Man darf sie zähmen, um sie dem Menschen bei der
Arbeit und in der Freizeit dienstbar zu machen. Medizinische und
wissenschaftliche Tierversuche sind in vernünftigen Grenzen sittlich
zulässig, weil sie dazu beitragen, menschliches Leben zu heilen und
zu retten.
2418 Es widerspricht der Würde des Menschen, Tiere nutzlos leiden zu
lassen und zu töten. Auch ist es unwürdig, für sie Geld auszugeben,
das in erster Linie menschliche Not lindern sollte. Man darf Tiere
gern haben, soll ihnen aber nicht die Liebe zuwenden, die einzig
Menschen gebührt."
In der Konsequenz bedeutet das für die Kirche weiter, daß Tieren die
Seele abgesprochen wird, der christliche Tierschänder sein Seelenheil
nicht gefährdet , dafür aber ewiges Leben erlangen kann, wohingegen
das Tier nach seinem Tod untergeht. Der junge
Theologieprofessor Ratzinger predigte einst seinen Studenten, daß
dem Reh oder Hasen gar nichts Besseres passieren könne, "als auf dem
Teller des Menschen zu landen". So und nicht anders erfülle "das
Tier seine von Gott zugeteilte Bestimmung".
Diese Aussage ist der Höhepunkt eines pervertierten
anthropozentrischen und
egozentrischen Denkens, eine Überheblichkeit und Lebensverachtung
gegenüber jeglicher Tierexistenz ohne Beispiel, das Denken eines
Kirche, die heute den Tieren noch antut, was sie jahrhundertelang
auch den Menschen angetan hat.
Laßt uns für die Tierrechtsbewegung festhalten , diese Religion mit
ihren anmassenden Aufrufen zum Speziesismus ist einer der
Grundpfeiler und Begründer des Tierelends; diesem Denken muß primär
unser Widerstand gelten!
Es ist somit für den Tierrechtler eine ethische und logische
Unmöglichkeit und Unvereinbarkeit, auf der einen Seite für Tierrechte
zu kämpfen, auf der anderen Seite die Ungeheuerlichkeiten dieses
Glaubens zu rechtfertigen. „Es ist möglich, daß sich die Menschheit
an der Schwelle eines goldenen Zeitalters befindet, wenn dies jedoch
der Fall ist, muß zuerst der Drache getötet werden, der den Eingang
bewacht, und dieser Drache ist die Religion." (Bertrand Russell,
Warum ich kein Christ bin)
