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5.9.2010 : 19:12 : +0200

Jagd und RAF-Terrorismus

Vom RAF-Terror gibt es zwei verschiedene Lesarten:
- Terror plus irgendwelche Hintergründe oder Zusammenhänge,
die diesen Terror irgendwie verstehbar, nachvollziehbar,
vielleicht sogar ansatzweise rechtfertigbar machen.
- Reiner Terror, gewöhnlicher Mord. Mord ist laut Duden
„vorsätzliche Tötung aus niedrigen Beweggründen".

Nachvollziehbare Motive für politischen
Protest gab es seinerzeit ja sehr wohl: den Vietnamkrieg, den
Schahbesuch, die Erschießung von Benno Ohnesorg, das
Attentat auf Rudi Dutschke, an dessen Folgen er später dann
auch gestorben ist, usw.

Inwiefern diese und andere Dinge und Aspekte den RAF-Terror
irgendwie nachvollziehbar machen und damit vielleicht vom
REINEN Terror abheben, vermag ich nicht zu sagen. Was ich
aber sagen kann, ist, daß es HEUTE mit Sicherheit eine reine
Form des Terrors gibt: den Terror der Jäger gegenüber Tieren!

Und dieser Terror findet in unserer unmittelbaren Umgebung
statt. Das ist ja schwer vorstellbar: Wir befinden uns hier mitten
im Frieden, aber nur wenige Kilometer entfernt gibt es
buchstäblich Mord und Totschlag:

„Nach einem solchen feigen Anschlag auf Unschuldige und
Wehrlose herrscht im Wald das blanke Entsetzen und die pure
Panik: Kinder suchen verzweifelt ihre Eltern, Eltern suchen
verzweifelt ihre Kinder und ein Ende des Massakers ist nicht
abzusehen. Haben sich die Jäger erst einmal in ihren
Blutrausch hineingesteigert, kennt das Morden keine Grenzen
mehr."

Das war ein Zitat aus meinem Buch „Der Verrat des Menschen
an den Tieren" [2007, S. 44].

Es ist ja, wie gesagt, schwer, sich diesen Terror, den Jäger
gegenüber Tieren ausüben, vorzustellen. Ich habe lange nach
einem passenden Vergleich gesucht, der diesen Terror
veranschaulichen könnte. Stellen Sie sich einen friedlichen
Ostersonntag vor, der eine schreckliche Wendung nimmt:

„Die Menschen gehen in die Natur hinaus, man unterhält sich,
die Kinder spielen und alle freuen sich über das herrliche
Wetter. Und urplötzlich springt ein Terrortrupp aus dem
Hinterhalt und richtet ein grauenhaftes Blutbad an. Dieser
Vergleich hinkt freilich gewaltig: Für Menschen sind solche
Überfälle die extreme Ausnahme, für Tiere sind sie die
schreckliche Regel. Und bei Menschen kommt nach einem
solchen Überfall die Rettung, um die Verletzten zu versorgen. Bei
Tieren kehren die Mörder zurück, um die Überlebenden zu
erschießen." [Ebenda]

Meine Damen und Herren, erfreulicherweise leben wir nicht in
China und auch nicht beim „lupenreinen Demokraten" Putin. Bei
uns herrscht Meinungsfreiheit. Und meine Meinung ist: Jäger
sind Terroristen, Mörder und Lügner!

 
Und dann berichtet dieser Ex-Jäger noch über die vielleicht
ungeheuerlichste aller Jäger-Lügen: daß die Jagd vor allem
auch ein Samariterdienst an kranken und verletzen Tieren sei.
Meine Damen und Herren, was von dieser frivolen Lüge zu
halten ist, kann sich jeder selber klarmachen, indem er sich
ausmalt, wie es wäre, wenn der Rettungsdienst für Menschen
so organisiert wäre wie dieser angebliche Samariterdienst an
Tieren!

Stellen Sie sich vor: Sie sind verletzt und rufen die Rettung, aber
anstatt eines Rettungsfahrzeuges mit einem Arzt kommt ein
Panzer mit einem Erschießungskommando! So sieht der
Samariterderdienst der Jäger an Tieren aus!

Lassen Sie mich noch einmal auf den RAF-Terror
zurückkommen: Beim jetzigen Rückblick auf den RAF-Terror
waren die Zeitungen voll von Berichten,
Hintergrundinformationen und Analysen. Im Fersehen sah man
Interviews mit Jean-Paul Sartre, Heinrich Böll, Günter Grass und
Claus Peymann.

Der Rückblick auf den Jagd-Terror wird einmal ganz anders
aussehen: Keine Hintergrundinformationen, keine Analysen,
nichts. Warum? Weil es hier keine Hintergründe oder
Zusammenhänge gibt, die man erläutern oder analysieren
könnte! Das einzige, was es gibt, sind die ewig gleichen
lächerlichen Lügen der Jäger!

Also kein Interview mit Sartre, kein Interview mit Böll, kein
Interview mit Grass, kein Interview mit Peymann. - Oder vielleicht
doch EIN Interview: mit Franz Josef Strauß - in dem er uns nicht
nur die Notwendigkeit der Jagd, sondern auch die Vorzüge von
jahrtausendelang strahlendem Atommüll erläutert!